Aktuelles

Mi

21

Jul

2010

Prüfungszeit ist Leidenszeit!

Obwohl wir schon im Mai die Mid-Term-Klausuren hatten (qizhong kaoshi; 期中考试), waren die Voraussetzungen für die letzte und diese Woche stattfindenden Abschlussprüfungen (qimo kaoshi; 期末考试) denkbar schlecht: ohne Wintersemesterferien nach Peking gekommen, haben wir bis auf Weihnachten jetzt seit Oktober durchgelernt. Der heiße, nein glutheiße Pekinger Sommer tut sein übriges hinzu. Man darbt draußen gradezu nach der nächsten Klimaanlage (kongtiao; 空调) und nur in den Abendstunden ist es sehr schön angenehm, draußen zu sitzen. Aber selbst das ist in der Prüfungszeit ja nicht mehr möglich.

 

Prüfungen sind Prüfungen möge man denken - und eigentlich unterscheiden sie sich nicht in vielen Dingen. Allerdings gibt es doch berichtenswerte Begleiterscheinungen (meist negativer Natur), die ich einmal ausführen will.

 

 

- chin. Organisation: Sicherlich ist es für uns Deutsch schwierig, in einem Land wie China die ständigen kleineren Ärgernisse im Organisatorischen nachzuvollziehen. Bei uns ist immer alles geregelt und manchmal beschweren wir uns da ja auch drüber. Zu lasch soll es aber auch nicht sein und das stößt man in China unweigerlich an seine Grenzen. Bei Prüfungen ist jedoch auch meine Geduld am Ende - und als wir Montag morgen da standen und keiner wusste, wer einen Schlüssel zum Klassenzimmer hat, waren wir alle sichtlich genervt. Tausende Telefonate brachten dann schließlich mit halbstündiger Verspätung die Erlösung und wir konnten doch noch schreiben.

 

- Lautstärke: Um gute Prüfungen zu schreiben, sind schreiende Kinder auf dem Flur ebenso schlecht wie dauernd reinkommende Studenten, die ein leeres Klassenzimmer zum Lernen suchen. Vor allem dann nicht, wenn man grade mündliche Prüfung hat -> heute passiert...

 

- Anforderungen: Vorher wurde gesagt, dies und jenes ist wichtig, und im Endeffekt kommt es doch wieder anders. "Schaut euch die wichtigen Vokabeln und Konstruktionen an", hieß es im Schriftsprache-Kurs. Und was kam in den Prüfungen? Nicht gemachte Übungen mit nicht gemachten Vokabeln, die wir ohne den Hinweis vielleicht ja doch gelernt hätten? Naja, egal, insgesamt macht das ja nicht viel aus, besonders toll ist es trotzdem nicht. 

 

Was ich gerne übernehmen würde, ist die freie Lernwoche vor den Prüfungen. Zwar ist auch nicht eine einzige Unterrichtsstunde vorher ausgefallen mal, aber vor den Prüfungen gab es unerwartet eine Woche frei. So kann sich keiner beschweren, dass die Zeit nicht gereicht habe. Super Sache!

 

5/7 sind geschafft, morgen kommen noch Wirtschaftschinesisch und Klassisches Chinesisch Teil 2 (die erste war schon). Und danach wird gefeiert, denn mein "langes Wintersemester Oktober 2009-Juli 2010" geht so endlich zu Ende!! Am Samstag geht es dann zum Reisen in das wunderschöne Yunnan (Yunnan; 云南), und in dem Bericht davon dann natürlich auch wieder Bilder! Versprochen! 

mehr lesen 1 Kommentare

So

04

Jul

2010

Eine Massage der besonderen Art

In letzter Zeit hatte ich vermehrt Kopfschmerzen. Mir war bewusst, dass eine Massage Abhilfe schaffen würde, denn die Schmerzen waren immer an der selben Stelle und mein Nacken fühlte sich an wie Stahl. Meine Lehrerin hat das gleiche Problem und empfahl mir schließlich eine Massage bei einem Blinden (mangren anmo; 盲人按摩). Ich war doch deutlich skeptisch muss ich sagen, denn wie sollte ein Blinder meinen Nacken einrenken? Da es jedoch sehr unhöflich gewesen wäre, das Angebot meiner Lehrerin auszuschlagen, ging ich gestern dann mit einem doch leicht mulmigen Gefühl hin. Meine Lehrerin war in der Stunde nach mir dran, d.h. sie hätte es sofort gewusst, wenn ich nicht gekommen wäre...

 

Blindenmassagen sind in China sehr häufig, und ihr Ruf ist sehr gut. Zu Recht, wie ich jetzt bemerkt habe. Manche Praxen heuern extra einen Blinden an, da ihre Künste aus der traditionellen chinesischen Medizin (zhongyi; 中医) sehr geschätzt werden.

 

Verständigungsprobleme gab es eigentlich fast keine. Mein Chinesisch hat mittlerweile ein wirklich ordentliches Level erreicht, und von "umdrehen", "wo schmerzt es besonders" bis hin zu "einrenken" konnte ich alles verständlich ausdrücken.

Ich fragte ihn während der Massage aus, wieso Blinde dafür so gut geeignet sind. Er meinte, dass ihm zwar die Sehrkaft fehle, er dies aber mehr durch seine anderen Sinne ausgleichen würde. Und er bewies es mit eindrucksvoll: da ich derzeit erkältet bin und mit dem Kopf nach unten lag, musste ich zwischendurch immer wieder die Nase putzen. Dazu holte er eigenständig den Mülleimer und Taschentücher. Auch auf dem Weg zur Toilette stieß er nirgends an, da er seine häusliche Umgebung perfekt verinnerlicht hat. Wenn ich daran denke, wie oft ich schon im Dunkeln angeeckt bin, beeeindruckt das schon sehr.

 

Die eigentliche Massage war auch sehr gut, unterschied sich aber von der einer Physiotherpeutin in Deutschland deutlich. Chinesische Massagen sind härter und daher manchmal ein wenig schmerzvoll. Sie lösen aber Blockaden sehr gut. Als es dann zum Einrenken des Rücken ging (zhenggu 正骨; wörtlich: begradigen des Knochen), spürte ich eine erste große Erleichterung. Die Ursache meiner Kopfschmerzen machte er aber im Nackenbereich fest, der so versteift war, dass ich ihn nur sehr schlecht noch drehen konnte. Trotzdem hatte ich wirklich ein bisschen Angst, denn im "Schiwtzkasten" eines Blinden seinen Nacken eingerenkt zu bekommen, ist nichts, was ich schon einmal erlebt habe. Daher sagte ich spaßeshalber aber dann auch, dass ich nur einen Kopf habe und ihn ungerne hochfliegen sehen würde. :-)

 

Im Endeffekt geht es mir heute deutlich besser. Ich kann den Kopf besser bewegen und fühle mich nicht mehr so blockiert. Trotzdem werde ich wohl noch zwei Mal hingehen, denn mit einem Mal kann man nicht alles lösen. Dienstag ist der zweite Termin. Kostenpunkt: 50 Yuan, also ca. 5 Euro. Ich würde es jedem empfehlen, der die Gelegenheit dazu hat!

mehr lesen 0 Kommentare

So

23

Mai

2010

Wetter und seine Auswirkungen in China

Prüfungsbedingt kann ich mich erst jetzt wieder melden. Seit dem letzten Eintrag hat sich vor allem eines in Peking gründlich verändert: das Wetter (tianqi 天气). Nun habe ich das Gefühl, dass jedes Jahr gesagt wird, das Wetter spiele doch mal wieder verrückt. Reden tut man darüber sowieso sehr gerne. Ich muss aber sagen: dieses Jahr ist es wirklich absolut 'bekloppt', auch wenn man das Wort eigentlich in der Schriftsprache nicht verwenden sollte. 

 

Als ich Ende Februar nach China kam, rechnete ich zwar mit recht kaltem Wetter. Nicht jedoch habe ich damit kalkuliert, dass noch 6 Wochen Winter auf uns warten würden. Dementsprechend schlecht war mein Koffer ausgerüstet, da er nur zwei lange Hosen und einen Pullover beinhaltete. Da musste erstmal der coole Peking University-Pulli her, natürlich mit original von Mao Zedong geschriebenen Schriftzeichen.

Was jedoch ist an der Kälte anders als in Deutschland? Die Antwort ist: alles.

Zunächst begleitet den Pekinger Winter (dongtian 冬天) auch noch ein charakteristischer Wind (feng 风), immer schön pfeifend und natürlich immer ins Gesicht wehend. Auch Schal und Mütze helfen dann nur noch wenig. Selbst für den Gehweg verantwortlichte Anwohner entfallen natürlich, da nur Hochhäuser oder Restaurants hier stehen. Trotzdem finden sich dann immer Heerscharen von Chinesen, die ausgestattet mit Reisigbesen aus dem 19. Jahrhundert den Schnee bekämpfen. Oberflächlich klappt das dann auch, trotzdem fliegt man recht häufig auf die Nase. 

Im Campus der Beida war es dagegen schlimmer. Die Straßen sind zwar breit, aber die auf ihr trampelnden Menschen genauso zahlreich, sodass sich auch der schönste Schnee blitzartig in eine rutschig-graue Matsche verwandelt. Der clever ausgerüstete Auslandsstudent mit seinen Sneakern als einzigem Paar Schuhe schaut da dumm aus der Wäsche - ja, ich meine mich damit!

 

Derzeit ist dieses Wetter gottseidank vorbei. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, dass der Sommer (xiatian 夏天; oder sollte ich sagen Hochsommer) ruhig noch etwas hätte warten können. So viel, wie der Frühling zu spät kam, genauso in dem Maße kam der Sommer zu früh. Das Resultat? Der Frühling fand quasi nicht statt! Vom kalten, pfeifenden Winter ging es innerhalb von 7 Tagen auf fast 30 Grad hoch, die nun konstant überschritten werden. Zusätzlich hat sich der Wind verabschiedet, der jetzt als willkommene Brise mehr als "appreciated" (gern genommen) wäre.

Interessant ist aber auch diese Jahreszeit. Berühmt sind die chinesischen Frauen, deren Schönheitsideal es ja ist, eine besonders weiße Hautfarbe zu haben. Wie erreicht man diese am besten? Natürlich mit einem Regenschirm (yusan 雨伞; oder Sonnenschirm? taiyangsan; 太阳伞), der Schutz vor der Feuerkugel bietet. Die Temperaturen bewegen sich dabei durchschnittlich um die 30 Grad. Und so wird es ab jetzt wohl auch bleiben, bis zu meiner Rückkehr Anfang August.

 

Die Chinesen haben schon Recht, wenn Sie sagen, das Wetter spiele mehr und mehr verrückt (tianqi tai qiguai la!; 天气太奇怪啦!). Was in normalen Jahren einfach nur so daher gesagt ist, entspricht diesmal auch meinem persönlichen Empfinden. Wünschenswert wäre wohl ein transportabler und handlicher Heizofen, der hinten eine Kühlkammer hat, um auch bei jedem Wetter gut gerüstet zu sein. Aber spätestens hier wird wohl selber der chinesische "Erfindergeist" erschöpft sein.

 

mehr lesen 2 Kommentare

So

25

Apr

2010

Why I study Chinese

"Are you crazy?" "Whaaat? You are joking!" - Many of my friends reacted in this or similair fashion when I told them about my plan to study Chinese. "You will give up very soon, all those characters..."

At times, I was tempted to stop. Last October, I was pretty close to quitting my major. Why is that? I felt I couldn't fulfill my own expectations, I felt I would fail despite having put in quite a lot in order to improve my Chinese already.Thanks to some people including my professor I decided to continue, and I think I was right doing so.

If I do something, I will do it 100%. "No pain no gain" is a phrase many bodybuilders like to use. It quite fits my situation as well. There's things I've started and stopped quickly again, e.g. playing trumpet or the guitar, working out in fitness centers. Studying is totally different cup of tea though and I had made up my mind well when I enrolled in October 2008. I probably would have preferred to combine it with History, but in an economy-driven world you got to make up your mind twice before enrolling in a subject like History if you don't want to become a teacher. Teacher, a good keyword! The reason why I came to China in the first place WAS to teach. It was not because China has always been fascinating me. Given my background, I've always been open-minded and interested in foreign cultures. And yes, I've always liked travelling.

When I decided to go abroad before enrolling in university, I had to make a tough decision. I had already lost a year due to military/alternative service. I could have enrolled straight away, but I didn't. It's been the best decision of my life. When I chose the Teach-and-Travel-China-Programme, I would never have expected to be back here studying Chinese! What has given me this deep impression? Why am I always driven between two worlds that have so little in common?

To answer this, I got to analyze myself. I believe two of my characters traits are neither very western nor very Chinese, they are somewhere in between: I have no trouble to sit down on a Saturday evening if I have an important exam coming up next Monday. While I am writing this article, most of my classmates are clubbing. I went out last night and it's been a good change. I like it every once in a while, but I don't need it on an almost daily base. I do feel that a lot of people back home have grown up in stable circumstances, being used to a high standard of living. Some people have never learned to work hard. Or they're not willing to give that extra bit which makes them better than the rest. However, we Europeans would need anyone (!) to work very hard given our demographic situation. Yet they will prefer short amusement over long-term goals. 

However, I am certainly no 书呆子 at the same time. I can sit down three hours to study characters, and I will even listen to extra podcasts and meet up with language partners to spice my Chinese up (hopefully :-) ). Simultaneously, I will not give up my whole life to be able to recite Mengzi. I will never allow myself not go to the tennis courts, because I need to play tennis to feel well (I was about to write to feel 'complete'). If my best friend calls me at 3AM because she has been dumped by her boyfriend, I will talk to her despite my exam the next day.  

 

You might be wondering how all of this is related to the topic of this diary. Well, it very much does have relevance! Some people study Chinese, will never use it after graduation and forget it within a year. They will never have durable friendships with Chinese people because they don't even meet their language partner a single time. If you just study for the sake of to study, then Chinese ain't your major, and China ain't your country. I couldn't be like this. - Although I haven't come to the point that I can compare my Beijing experience with my Shenyang experience two years ago, I do feel a lot of improvement the last few weeks. In 2008, I wasn't able to speak any Chinese at all, now I can at least survive and hold simply conversations. Still, I did have the best friends of my life in Shenyang, and maybe this contributed to my decision for this major. In Beijing, I have met a couple of nice people. Obviously there is mutual benefit as we want to improve our foreign language, but I strongly believe there is friendship, too. Hopefully this wiill extend in the coming months.

Coming back to the title of this entry, learning Chinese fits my very well:

- I have mixed blood and will never feel 100% German. I don't share their coldness and I don't like the 'artificial mountain of ice' they build around themselves. Thanks to my long trips to my father's home in Canada, I have been able to experience different lifesytles early on. This finally led to the decision I want to go abroad before entering university. And this paved the way to study a cultural science like Chinese.    

- I have always tried to do stuff because I can benefit from it as a person, and not because I can pass the next exam. Marks are important and I prepare exams thoroughly, but my main purpose is to be fulfilled with my own life. If I do something, I do it a 100%. I have decided to study Chinese and Political Science, so I will give a 100% for it. Not for the exams, but for myself. It's the same kind of quality that makes you repeat characters over and over again, but you also know what it is for.

- Last but not least, I value friendship, even more than money. Close friends of my grandfather died because their house caught fire. They were billionaires. What does all your money help in a situation like that? Nothing. My grandfather was the only one attending their funeral as they were so lonely despite all their money. I found a nice compromise between dream (Chinese-History) and rationalism (Chinese-Economics), and I haven't regretted my choice so far. Thanks to my national scholarship, I do feel well prepared for my future. I am still on parallel studies and might end up as a teacher - which would not be a shame at all. Even if I don't, I will find something. As long as I can have a good life, it will be fine enough.  

To sum it up, I do have the background, I do have the persistence/will and I do have an idea about my future plans that fits learning this language. It's still a long way, as I wouldn't be able to write all of this in Chinese, but I hope you guys can accompany and support me, not laugh too much about stupid mistakes and be good friends with me! Hopefully, we can get to the point where we don't call each other 'my German / my Chinese friend' but just 'my friend'!

[I intended to make this very personal, there's the obvious reasons like "better Chinese-European relations", of course! This is to illustrate why I personally study Chinese!]

mehr lesen 1 Kommentare

Sa

17

Apr

2010

Shenyang, oh 沈阳!Ich liebe dich

Ich gebe es zu: ich liebe Shenyang (wo ai Shenyang 我爱沈阳)!

 

Obwohl dieser Blog mein zweites China behandelt, wird mein "erstes China" aus dem Jahre 2008 wohl für immer alles überstrahlen. Und das hatte neben tollen Freunden auch mit der Stadt Shenyang zu tun. Hier ein kleiner Werbekatalog, den die chinesische Propaganda gerne verwerten darf:

 

- Shenyang ist die chinesischste Großstadt Nordchinas. Hier werden Ausländer noch mit einem beherzten "Hello!" auf den Straßen angesprochen. In Peking würde das nicht passieren.

- Shenyangs Verkehr ist berühmt für seine Verrücktheit. Am besten nimmt man sich einen Stuhl, setzt sich an den Rand einer großen Kreuzung und lacht sich kaputt.

- Shenyangs koreanisches Viertel (xita 西塔) ist mein Lieblingsort in ganz China. Hier gibt es neben dem besten koreanischen Barbeque auch diverse Karaokemöglichkeiten. Allerdings wurde mein Lieblingsrestaurant kürzlich geschlossen...

- Shenyang hat eine unterirdische Shoppingstraße, die ein ganz eigenes Einkaufsflair bietet. Laden an Laden dicht gedrängt, Stände um Stände mit allerlei seltsamen Essen - so stellt man sich China vor. Leider sind die Nachtmärkte (yeshi 夜市) aus der Innenstadt verbannt worden...

- Shenyangs sehr gute Restaurants (canting 餐厅) sind auch nur zu empfehlen! Vom weltbesten Thailänder bis zum sehr guten vegetarischen Restaurant ist alles zu finden.

- Die Mentalität der Menschen aus dem Nordosten (dongbei 东北) muss man einmal erlebt haben. Sie spucken noch ein bisschen intensiver, sie lachen noch ein bisschen lauter, und sie essen noch ein bisschen mehr.

 

Es gäbe noch so viel mehr über diese Stadt zu sagen, aber seht doch selbst. Anbei ein Foto vom frisch eingeweihten Appartment meiner ehemaligen Kollegin Eleven aus dem 27. Stock. 

Wer die Chance hat, nach Shenyang zu gehen, wird nicht enttäuscht sein!Anbei noch eine Fotogalerie.

 

 

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

05

Apr

2010

Was ist das Beste, das du jemals für 3,23 € bekommen hast?

Die Frage für mich lautet eindeutig: Frisage! "Was erzählt der eigentlich da?", denkst du jetzt. Die Antwort ist aber nicht so einfach, denn wie will man eine insgesamt fast 2-stündige Prozedur - eigentlich mehr Genuss - Massage mit anschließendem Haarschnitt sonst in ein Wort packen? Fri-sör und Mass-age eben!

 

So ganz getraut habe ich dem Braten zunächst nicht. Der Frisör (lifashi 理发师) war nämlich von außen nicht als ein derartiger Entspannungsort zu erkennen. Jedoch kaum eingetreten, schon begann die Haarkur, sogar mit kostenloser Cola, stilecht aus dem Plastikbecher. Zwischendurch dachte ich wirklich, dass man mich reinlegen wollte (shangdang 上当 oder aizai 挨宰) oder besondere Ausländer-Aufschläge hat kassieren wollen, weshalb ich dann nach dem Preis fragte. Als es dann hieß 30 RMB, glaubte ich, mich verhört zu haben und dachte nur, dass es wohl am Akzent des Personals liegen müsste. Eine Haarwäsche, Kopf-, Nacken-, Schulter-, Arm- und Fingermassage später dann ging es ans Schneiden. Ungläubig und misstrauisch dachte ich, dass ich am nächsten Tag nicht mehr rechtzeitig zum Unterricht komme, wenn der Friseur in dem Tempo fortfahren würde. Zwar dauerte es echt lange, aber mit dem Ergebnis (s. Bild) bin ich zufrieden, und für 3,23 € werde ich sicher wieder hingehen. Fazit: Frisagen braucht die Welt!

Und übrigens: ich hatte doch den richtigen Preis verstanden!  Und bin bis zum jetzigen Moment nach wie vor ungläubig, dass es so günstig war.

 

Jetzt möchte ich natürlich wissen, was das Beste für 3,23 € war, das ihr jemals bekommen habt. Ich hoffe, es gibt einige mehr Comments als die letzten Male! :-)

mehr lesen 3 Kommentare

So

04

Apr

2010

Kleinere und größere chinesische Kastastrophen und Ereignisse

Wegen dem Stress erst jetzt ein stichwortartiges Update, dass alle Kuriositäten der vergangenen 10 Tage versucht zusammenzufassen:

 

- der chinesische Qualitätsteufel hat zugeschlagen und nacheinander unser Internet (4 Tage), Wasser (2 Tage) und die Waschmaschine (1 Tag)  unnutzbar gemacht. Die Waschmaschine muss jetzt durch den Duschabfluss das Wasser ableiten, da der eigentlich vorhergesehene restlos verstopft ist.

- ich hatte nach 5 Wochen meinen ersten Anfall von keiner Lust und habe einen Freitagskurs ausfallen lassen. Das kostet mich 0,5 Punkte in der Abschlussklausur, aber muss sein.

- in meiner grenzenlosen Dummheit habe ich mein Handy gewaschen, das auch nicht mehr repariert werden konnte. :-(jetzt habe ich ein billiges für 40 Euro gekauft, dass aber immerhin "Chinesisch kann"

- gestern wollte ich Badminton spielen, aber leider war der Platz ausgebucht. Zum Glück fragte mich ein anderer Chinese ne Stunde später, ob ich mit ihm Tischtennis spielen wolle - gesagt, getan. Lustig: nach dem Spielen redeten wir noch, und da der Campus so klein war, sind wir zahllose (40?)  Runden um den Sportplatz beim labern gegangen. War doch sehr lustig irgendwie.Unde zudem ziemlich direkt neben dem Vogelnest!

- Chinesen haben es nicht gut in ihren Wohnheimen. Männer dürften nicht zu den Frauen und umgekehrt, um 10 (manchmal 11, halb 12) wird Strom, Licht und Internet abgestellt. In manchen Unis darf man keinen eigenen Computer haben im 1. Studienjahr. Damit man auch sicher schön lernt... Wobei ich ohne PC wohl auch schon wesentlich besser in Chinesisch wäre. xD

- Es war mal wieder 'Wiedersehen in China'-Time: komischerweise nie in Deutschland geschafft, aber in Peking dann doch - so ging es mir mit Phil und Athena, mit denen ich damals 2008 guten Kontakt hatte. Einige schöne Treffen inkl. zu einer Jazz-Bar wie vor zwei Jahren an einem großen See in Peking, wo wir damals Silvester feierten. Schon sehr fein!

- Ich habe zwei Chinesen kennen gelernt, die jetzt mein Vorbild sind: nach 4 Jahren Deutsch lernen und 1 Jahr in Bochum sprechen sie wirklich richtig flüssig und gut Deutsch. Ich habe ein Ziel. :-)

- Ich bin innerhalb von 100 m erst von einer alten Chinesin mit ausgestrecktem Fuß und "Ausländer!" (laowai 老外) abgewatscht worden, um dann von einem Firmentyp gefragt zu werden, ob ich nicht für sie arbeiten könne - er war aber leider nur an Nordeuropäern interessiert. xD

 

So, das waren die letzten Tage in aller Kürze und Würze!

mehr lesen 0 Kommentare

Do

25

Mär

2010

Peking Oper abgestumpft

An unserem Institut, dem European Center for Chinese Studies (ECCS), finden einige Exkursionen statt, die zwar nicht obligatorisch sind, aber eigentlich von jedem wahrgenommen werden. Die erste dieser Art war die Peking Oper (jingju 京剧) am gestrigen Mittwoch. Ob die vorab angestellten Horrorvorstellungen berechtigt waren, werde ich hier berichten.

 

Die Oper fand im Südwesten Pekings statt und wir fuhren mit dem Bus hin. Wie uneinschätzbar der Pekinger Verkehr ist, zeigt sich alleine daran, dass wir entgegen der Erwartungen eine halbe Stunde zu schnell am Ziel waren, sodass wir noch rumbummeln konnten. Meiner Meinung nach war der Weg hin alles andere als flüssig, aber ich will dann nicht wissen, was zäher Verkehr dorthin bedeutet hätte. Peking - ein Stadt am ständigen Verkehrskollaps eben.

 

Die eigentliche Oper dann entsprach nicht unseren Vorstellungen. Erwartet hatten wir ein dreieinhalbstündige Stimmenverzerren gepaart mit schiefen Instrumenten, das zu Dauerkopfschmerzen führt. In Wahrheit war es kurz, knackig und erträglich. Und wie wir alle nachher sagten: man muss es wenigstens mal gesehen haben! - Die Oper war nämlich für Ausländer schmackhaft abgewandelt: statt dreieinhalb Stunden lediglich anderthalb Stunden, statt chinesischem Tee und nix zu essen auch noch kleine Snacks und (überteuerte) Kaffeeangebote, statt unverständlichem Gesinge tatsächlich auch englische - wenn auch schlechte - Untertitel.

 

Eine Lehrerin, die nicht mitgekommen war, hat es gut auf den Punkt gebracht: manchmal ist das Bekannteste auch das Herkömmlichste, und das Herkömmlichste ist eigentlich gar nicht so gut und interessant. Aber obwohl es nicht gut ist, muss man es mal gesehen haben. So ähnlich würde ich die Peking Oper auch einordnen.

mehr lesen 0 Kommentare

So

21

Mär

2010

Chinesen, ein Kartenvolk

Diesmal möchte ich den Eintrag einer besonderen chinesischen Vorliebe widmen: Karten. Karten kennen wir auch aus Deutschland: Bankkarten oder im schlimmsten Fall "Payback-Karten" - wer ist nicht manchmal genervt von dieser Frage an der Kasse.

 

In China ist das noch eine Spur heftiger. Hier meine bisherige Kartenkollektion:

- die U-Bahn-Karte (yikatong 一卡通) ist lebensnotwendig, denn mit ihr kann man das Subway-Netz Beijings für 2 Yuan nutzen (ca. 20 cent). Theoretisch kann man damit vom Nordosten der 13-Millionen-Stadt in den Südwesten fahren - sehr praktisch. Auch für Busse ist sie zu benutzen (oben links, dunkelblau).

- den Studentenausweis (xueshengzheng 学生证), der für den Eintritt in die Uni gebraucht wird - theoretisch zumindest. Wenn morgens die Massen der Studenten reinströmen, wird zwar kontrolliert, aber scheinbar hat man als westliche Langnase da Vorteile: bislang ist es mir noch nicht einmal passiert. Auch kriegt man mit ihm manchmal Rabatte und gibt ihn ab, wenn irgendein Problem besteht (oben rechts, rot).

- Paradiso-Karte (ohne wirklichen Namen): hier trifft sich der Westen an der Beida. Und: er trinkt den einzigen gut trinkbaren Kaffee auf dem Campus. Man kann Punkte sammeln, die am Ende des Semesters dann für kostenlose Drinks genutzt werden gehen. Einige sind da schon viel weiter als ich, aber es ist sehr lohnenswert (weiß, mittig links).

- der Bibliotheksausweis (tushuzheng 图书证), der Eintritt in eine der größten Bibliotheken Asiens gibt. Hier kann man wunderbar lernen, aber auch relaxen. Da ich den Ausweis jedoch erst letzte Woche erhalten habe gegen ein recht hohes Pfand, muss ich mich selbst noch überzeugen gehen (weiß, mittig).

- die Mensakarte (fanka 饭卡) ist überlebensnotwendig. Hiermit lässt sich in eine der über 10 (18?) Mensen speisen, die alle möglichen chinesischen Küchen abdecken. Sogar eine Burger-Mensa gibt es. Man muss sie an einer Station aufladen. Der Trick ist: nie mehr als 90 aufladen, denn ab 100 Yuan bucht die Uni 10 Yuan (1 Euro) Verwaltungsgebühr ab - ganz schön dreist für 2 Sekunden durchziehen und zahlen (weiß, rechts).

- die Bankkarte (yinhangka 银行卡) habe ich noch aus 2008 und erinnert mich an mein damaliges Lehrerdasein in Shenyang. Diese lokale Bank gibt es hier nicht und mein Geld ist auch komplett abgebucht, aber wer weiß, wozu ich das Konto nochmal brauche.

 

Nicht erwähnt bleiben hier die Subwaykarte (wie zu Hause), die diversen Mobilfunkkarten (für die Nummer, fürs Aufladen) oder die tausenden Möglichkeiten, irgendwo Clubmitglied zu werden und dann - angeblich - zu sparen.

Fest steht: die Chinesen lieben viel, aber Karten ganz besonders!

mehr lesen 2 Kommentare

So

14

Mär

2010

Niedergemeißelt für die Ewigkeit

Freitag Abend stand die große Bartour an. Nachdem uns die Taxifahrer an zwei verschiedenen Punkten ausgesetzt hatten und wir uns erstmal ewig suchen mussten, gings dann in zwei Bars. In der zweiten davon durften wir uns dann per Edding auf der Wand verewigen. Die Chinesen um uns rum staunten nicht schlecht. Zwei "Auszüge" stelle ich euch hier vor:

 

- Oben seht ihr eine Komposition von meinem Mitbewohner Max und mir. Neben seinen Bierspruch malte ich ein für meine Verhältnisse schönen Bierkrug und darüber, dass ich da war und dementsprechend genossen habe: (Chiheshan lai le! 迟和山来了!). 迟和山 ist mein chinesischer Name.

 

- Unten dann die Buddha-Hand. Ein Grauen namens Klassisches Chinesisch begleitet uns auch in Peking. Schlimm genug, dass die legendäre grammatikalische Erklärung von unserem Professor aus Tübingen leider auch noch nicht den Durchblick verschafft hat. Deshalb auf den Scheiterhaufen mit ihr - auch wenn nicht ganz ernst gemeint!

mehr lesen 0 Kommentare

Do

11

Mär

2010

Der Weg zur Uni

Da der Schnee endlich weggetaut ist, kann ich nun meinen Laufweg zur Uni zeigen. Dieser ist ca. 20-25 Minuten lang. Natürlich könnte man auch den Bus oder das Taxi nehmen, aber so würde man unheimlich viel auf der belebten chinesischen Straße verpassen. Also, los geht's durch unser Treppenhaus, das nicht in den Kerker, sondern die Freiheit führt. 

Draußen angelangt gehts durch den Innenhof, in dem viele Wohngebäude liegen, durch ein stets bewachtes Tor nach draußen. Glücklicherweise schirmt das den Lärm des Verkehrs doch merklich ab.

Außerhalb des Tores geht es zur ersten Kreuzung. Ampeln in China sind ein Thema für sich. Bei rot wird sich als Fußgänger so weit vor gewagt wie möglich. D.h., dass wenn links rot ist, man schon mal bis zur Mitte vorgeht, und dann abwartet, bis die abbiegenden von rechts kommen. Erst dann läuft man den Rest und erst dann wird es eigentlich auch erst für die Fußgänger grün. Aber man läuft mit der Masse - go with the flow. :-)

Danach geht es wirklich _immer_ gerade aus. Hier sieht man die sehr breit angelegten Fahrradwege neben dem Bürgersteig, die jedoch häufig von Taxis und Autos missbraucht werden, wenn der Verkehr mal wieder stockt.

Auf der linken Seite gibt es vieles interessantes zu finden, z.B. folgt kurz nach der Kreuzung diese kleine Garküche, wie sie so typisch für China ist. Eine Art Pfannkuchen am morgen oder gefüllte Teigtaschen machen den Weg zur Uni doch gleich erträglicher.

Direkt darauf kommt mein Lieblingssupermarkt, der Chaoshifa (超市发). Ein wirklich gut sortierter Laden, in dem es sogar Kinder Schokolade etc. gibt, und zudem für chinesische Verhältnisse sehr unchaotisch und geordnet. Sogar abgepacktes Obst, das schmeckt, gibt es hier.

Insgesamt drei dieser Fußgängerbrücken gibt es zwischen Wohnung und Uni. Sie halten den Verkehr flüssig und geben zudem gute Möglichkeit, einen schönen Überblick über die Straße zu bekommen.

Seitlich finden sich unglaublich viele dieser kleinen Läden, in denen die Leute die unterschiedlichsten Sachen verkaufen. Auch Restaurants sind darunter.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite finden sich dann aber direkt nebenan typische (und hässliche) Einheitsbauten. 

Solche Industrieanlagen sind zum Glück sehr selten. Da mein Stadtbezirk Haidian (海淀) von vielen Parks und z.B. dem alten Sommerpalast der Qing-Kaiser umgeben ist, ist die Luftqualität hier vergleichsweise gut.

mehr lesen 2 Kommentare

Sa

06

Mär

2010

Zeitreise

Donnerstag war es soweit: das erste große Wiedersehen mit alten Freunden stand an! Von vielen wird hier zu berichten sein, schließlich sind viele meiner Freunde von meinen China-Reisen 2008 und 2009 noch in Peking, Shenyang, Changchun und anderen Ortes zu finden.


2009 hatte ich für einige Wochen im Westen Pekings, an der Beifang Gongye Daxue (北方工业大学), an einem Sommerkurs teilgenommen. Dabei war ich neben vier Japanern einziger Westler der Klasse. Eine krasse Erfahrung, denn ihr Englisch ist ziemlich beschränkt und so war das Verständigen auf Chinesisch ein Muss - und gleichzeitig gutes Training. Während ich nur kurz geblieben war, blieben die Japaner alle hier und nahmen sogar an zwei HSKs teil. Ihr Chinesisch ist jetzt definitiv sehr gut. HSK ist mit dem englischen TOEFL zu vergleichen und ein Standardtest zur Ermittlung des Chinesisch-Niveaus.


Diesmal trafen wir uns aber an meinem Wohnort, der Wudaokou (五道口). Es war ein sehr besonderes Wiedersehen. Unser Studienort des letzten Jahres, der weit außerhalb liegt und keine westlichen Plätze beherbergt, ist das genaue Gegenteil des belebten Studentenviertels, in dem ich lebe. Folgerichtig trafen wir uns diesmal nicht in der Mensa, sondern gingen zu Starbucks und beredeten so allerlei. 


Später dann folgte ein wahrlich interkultureller Austausch für meine japanischen Freunde - in einer Bar hieß es: vier Japanische 20-jährige, sechs westliche deutsche Kommilitoninnen und ich als amüsierter Zuschauer (unsere Jungs kamen später). Dauernd kamen Fragen wie: "Darf ich sie nach dem Alter fragen?" oder "Meinst du, ein Foto mit ihnen ist drin?" - Natürlich war es das, allerdings reichte natürlich nicht ein Foto; nein, alle Japaner mussten natürlich eines mit eigener Kamera von mir geschossen haben. Die Westler und Chinesen um uns rum nahmen es genüsslich auf. Es zeigt sich: manche Vorurteile sind berechtigt. Aber wenn sie so zum Schmunzeln anregen wie dieses, ist das ja eigentlich nur schön und perfekt geeignet für einen solchen Blog. 


----


The first big reunion with old friends took place on Thursday. I will definitely have to report about many of them, as friends from my previous stays in China 2008 and 2009 are still present in Beijing, Shenyang, Changchun and so on.


In 2009, I had taken part in a sommer school at Beifang Gongye Daxue (北方工业大学) in the very west of Beijing. Back then I was the only "westerner" in a class with four Japanese. This was a crucial experience because their English was kinda very limited and all of our conversation had to be in Chinese - so this was a good training at the same time. While I had only stayed a couple weeks, they remained in Beijing the whole time and took part in two HSKs. Their Chinese is awesome now. HSK is the "Chinese TOEFL" and a standarised test to determine your Chinese level.


This time around, we met at my place, located at Wudaokou (五道口). It turned out to be a very special reunion. Our place of study from last year is the clear opposite from my lively area that is full of students. Consequently, we didn't meet at the Beifang Gongye Daxue's canteen, but at Starbucks instead and talked about everything under the sun. 


Later, a truely intercultural expierence followed for my Japanese friends - happening at a bar it was: 4 Japanese 20-year-old's, six female western German classmates and me as a well-amused spectator. They were permanently asking me things like: "Can I ask about her age?" or "Do you think she minds taking a picture with me?" - They agreed on that without hesitation, but it wasn't like one photo would be enough; no, instead all of my Japanese friends had to have their own photo taken by me, obviously with their own camera. The other Westerners and Chinese around us were amused, as well.

After all, some 'prejudice' seems to be there for a reason. But if they can make you smile like this one, it's actually just nice and perfectly suited for a blog like this one.

mehr lesen 2 Kommentare

Mo

01

Mär

2010

Die Suche nach der einzig wahren Bettdecke

Zurück in China und alles wie gehabt

This blog is bilingual in both English and German.

Mein zweiter Chinaaufenthalt steht unter anderen Voraussetzungen als der erste. Damals unterrichtete ich chinesische Mittelschüler in Shenyang auf Englisch. Heute habe ich mir vorgenommen, an der Peking Uni (Beijing Daxue 北京大学) mein Chinesisch aufzupolieren. Damals hatte ich um 17 Uhr frei und wir gingen quasi täglich aus essen und hatten Spaß. Heute werde ich mir das auch nicht nehmen lassen, aber der Umfang wird wohl geringer ausfallen. Und: damals hatte ich in der ersten Nacht KEINE Bettdecke und mir den Hintern abgefroren, heute schon.

Der Weg zu ihr ist die erste erzählenswerte Story aus meinem zweiten China, das aber ungeschminkt, trotzdem lieblich süß-sauer verpackt daher kommen wird. Herzlich Willkommen zu meinem Blog, 欢迎欢迎!

 

Müde angekommen am Pekinger Flughafen warteten wir auf eine Studienkollegin von mir. Nach einigen Tränen wurde sie dann aber am anderen Terminal erfolgreich aufgegabelt. Natürlich kamen wir entgegen der Ankündigung nicht sofort in unsere Wohnungen, sondern warteten erstmal im ECCS-Büro (ECCS ist der Name unseres Instituts) und wurden dann abgeholt. Über die Wohnung werde ich sicher nochmal berichten, aber erstmal stand nach über einem Tag ohne Schlaf der Kauf einer Bettdecke im Vordergrund. Denn ohne Bettdecke nicht warm und ohne warm schlechter Schlaf, deshalb Bettdecke = Schlaf!

Gesagt, getan, auf zum nahe gelegenen Riesen-Supermarkt. Die Überzüge an sich zu finden war nicht schwer, aber dann begann erst der Marathon. Die Verkäuferin bat uns hinter sich her und dann begann der Spaß. Wir pendelten zwischen zwei Kassen, die Verkäuferin entschuldigte sich mehrfach bei uns, wedelte wie wild mit den Preisschildern umher. Die wartenden Chinesen waren erstaunlich geduldig. Wir vermuteten schon spezielle Ausländeraufschläge auf die 238 Yuan. Nachdem sie den ganzen Laden minutenlang angehalten hatte, sollten wir dann ohne Anstehen direkt bezahlen. Komischerweise beschwerte sich niemand. Aber wir bekamen dann unsere Decken und sogar zum richtigen Preis. Später löste sich sogar auf, warum so ein Trubel geschehen war. Aber das würde die Geschichte gänzlich entwerten und den Einsatz der Verkäuferin für uns. 加油!

Nun sitze ich hier mitten in der Nacht und bin wie meine gesamte WG topfit. Ich melde mich wieder, wenn ich mehr zu meinem Stundenplan weiß und die ersten Unitage hinter mir habe.

 

  ------------

 

My second time in China will be under very different conditions from the first one. Back then I taught Chinese Middle Schoole students how to speak English. This time around I intend to polish my Chinese at Peking University (北京大学). Back then I was free from 5 PM onwards, we used to go out almost every night and had fun. This time around I obviously won't stop doing this, but probably not as often as then. Lastly, back then I didn't have a blanket my first night and was freezing like hell, this time around I fortunately had sheets - YES!

 

The way to my blanket is the first sory worth telling from my second stay in China, which I will cover here honest but also 'sweet-and-sour'. [This is the title to my Blog in German]

 

Having arrived at Beijing airport extremly tired, we were waiting for a fellow student. We picked her up successfully at another terminal and there was no need for further tears. Obviously, we weren't taken to our appartments right away as we had been told beforehand, but instead had to wait at the ECCS office (ECCs is the name of our department) and were picked up there. I will report about my flat another time, but first of all we cared about getting sheets for our beds as we hadn't gotten any proper sleep for one day. No sheets means no warmth, and no warmth means bad sleep, so blanket literally meant sleep to us!

 

We went to the nearby shopping mall. Finding the covers wasn't very hard at all, but the marathon was yet to start. The saleswoman instructed us to follow her and the fun began. We were changing the counter left and right, the woman appologied to us constantly, and waggled around with the price tag. The waiting Chinese were patient which astonished me. We were expecting a 'special foreigner pay more than usual'-thingy than the 238 Yuan on the tag. After she had stopped (and confused) the whole market for minutes we actuallys received our sheets for the normal prize. Later on we even found out why all of this was such a fuss, but the explanation would cause this story to be very ordinary and dishonour the womans' effort for us. 加油!

 

Right now I'm sitting here in the middle of the night, all three members of my flat totally awake and fit. I will get back to you once I know more about my schedules and have survived my first few days at Uni.

 

mehr lesen 7 Kommentare
Pages to the People